Ort: Alte Billetkasse Theater Basel
Was ist ein Nationaltheater – und wem gehört es?
In ihrem Debütroman Nationaltheater (Suhrkamp 2026) erzählt Tanja Šljivar mit Tempo, analytischer Schärfe und dunklem Humor vom Schicksalsjahr einer jungen Dramaturgin, die mit dreissig Jahren die Leitung der Schauspielsparte am serbischen Nationaltheater übernimmt. Was als Karrieresprung beginnt, entwickelt sich zur Reibungsfläche zwischen Generationen, Machtstrukturen, politischer Gegenwart und den langen Schatten der 1990er Jahre.
Šljivar, 1988 in Banjaluka geboren, ausgebildet in Dramaturgie in Belgrad und in Angewandter Theaterwissenschaft in Giessen, arbeitet seit Jahren an den Schnittstellen von Theater, Literatur und anderen künstlerischen Formaten; ihre Stücke wurden international aufgeführt, 2017 war sie zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens eingeladen. Die Erfahrungen als künstlerische Leiterin der Schauspielabteilung am Nationaltheater in Belgrad bilden den Resonanzraum dieses Romans.
In der Alten Billettkasse verbindet der Abend Lesung und Diskussion. Der Schauspieler Julian Schneider (Theater Basel) liest ausgewählte Passagen auf Deutsch. Die Moderation übernimmt Anna Hodel (Slavisches Seminar, Universität Basel).
Ein Gespräch über Theater als Lebensraum, über Macht und Begehren, über Institutionen im Umbruch – und über die Frage, was es heute heissen kann, ein „Nationaltheater“ zu denken.
Die Veranstaltung wird von den Teilnehmenden des Kolloquiums Slavistische Forschung besucht.
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